Georg Hartmann Grabstein

      Georg Hartmann Grabstein

      Gestern durfte ich Georg Hartmann`s Grabstein setzen. Das ist der erste Grabstein den ich bis jetzt gemeisselt habe. Es war ein gutes Erlebnis für mich. Das Original Design durfte ich leider nicht ausführen, weil es den Friedhof Regeln nicht entsprach. Der untere Teil wäre aus Andeer Granit gefertigt worden, und hätte den Marmor oben wie "in der Luft getragen". Aber zum Glück hatte ich noch das Stück Marmor für den unteren Teil, und somit ist jetzt alles konform.

      -Ein spezieller Ort, ein Friedhof. Gestern Abend wurden wir eingeschlossen…….konnten mit unserem 4li nicht mehr rausfahren. Mein Helfer Gregor und ich schauten uns an und mussten lachen: So was war uns beiden noch nie passiert- "im Friedhof eingeschlossen" - haha. Ein Telefonat befreite uns- nach einer stunde kam ein Radfahrer mit einem Schlüssel. Er erklärte uns er sei schon gaaaaanz gemütlich auf seiner Sofa gelegen, und sei jetzt quer durch die Stadt und den steilen Hügel hinauf "gekrampft". Wr bedankten uns natürlich umso mehr für unsere Rettung……eine kalte Nacht im 4li sitzend wäre nicht sehr angenehm gewesen.

      Die Tochter von Georg Hartmann heisst Gaby und ist die Mutter von 3 Kindern. Als die Familie nach Narasca kam um sich meine Arbeiten anzusehen, setzte sich ein Schmetterling auf das Haupt eines der kleinen Mädchen. Nach ca. 10 Minuten flog er auf die Schulter des anderen Mädchens und verweilte auch dort für eine lange Zeit. Gaby erklärte mir wie speziell das für sie sei: "Das isch sihar dr Papa." Im unteren Bereich der Komposition habe ich einen Schmetterling gemeisselt. Oben befinden sich 2 Wellensittiche weil Georg Hartmann fast sein Leben lang solche Vögel beherbergte.

      Ich hänge ein paar Fotos an. Der Stein, und der im Friedhof eingeschlossene 4li, der jetzt sehr glücklich ist dass er endlich arbeiten kann. Gregor ist ein Künstler der im Sommer als Maurer arbeitet. Er studiert manchmal in Narasca und hilft mir mit allem was mit Mauern zu tun hat. Somit wurde das Grabstein Fundament komplett professionell gehandhabt. Auch die 2 Marmor Steine wurden so zusammengeleimt wie Gregor mir geraten hat ( Löcher und zwei Eisenstangen/ Multi- Komponenten Leim ).
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      Post was edited 1 time, last by “Patrick Devonas” ().

      Der Grabstein ist toll geworden, wohl einzigartig in dieser Form auf dem Friedhof.

      Lebendig auf einem Friedhof eingeschlossen zu sein, ist wohl schon komisch. Immerhin wart ihr wenigstens zu zweit, alleine stelle ich mir das dann ganz gruselig vor, noch bei Dunkelheit dann... =O

      Ich freue mich, dass der 4li in Funktion ist, das wär ja zu schade gewesen, nach all der vielen Arbeit an ihm und deinem Warten darauf...

      Zu der Geschichte mit dem Schmetterling viel mir die Geschichte mit der weißen Taube ein.
      Am Tag der Beerdigung meines Vaters hab ich zu Hause aus dem Fenster geschaut und da flog eine weiße Taube vors Haus und landete auf dem Geweg. Dort saß sie bestimmt 20 min und hat nichts gemacht... Das hatte mir damals auch sehr zu denken gegeben. Sind schon seltsame Begebenheiten und selbst, wenn man weniger an solche Dinge glaubt, kommen sie einem doch sehr bemerkenswert vor.
      Schöne saubere Arbeit, Patrick
      das ist wieder typisch für die Menschheit dass sie sogar die Steinart maßregelt. Schade, das Grün hätte toll darunter ausgesehen und der weiße Stein würde noch leichter schweben. Wenn ich wieder bei dir bin, möchte ich den unbedingt genauer anschauen. Schmetterling und Vögelchen betrachten. :D Dass du dazu auch noch Zeit gefunden hast, bei all deinen Vorbereitungen, wow
      Mit was hast du denn das dunkel Hinterlegte neben der Schrift eingefärbt?
      Liebe Grüße Alexandra :friends:
      Das Hinterlegte neben der Schrift wollte ich eigentlich nicht einfärben, aber es war der Wunsch der beiden Töchter von Georg Hartmann. Die Friedhof Vorschrift Acryl zu gebrauchen, habe ich ignoriert. Das ist Paynesgrau mit ganz wenig Braun vermischt- dann verdünnt mit Leinsamen Öl. Das ist dann sehr schnell eingesunken und matt geworden. Weil ich den Stein sowieso imprägniert habe, und die Pigmente dadurch nicht weniger wurden, denke ich dass es halten wird.


      Ich bin sowieso schon seit langer Zeit sehr daran interessiert zu lernen wie man Marmor bemalt, und zwar so, dass die Transparenz des Steins nicht leidet. Man nimmt Heute an dass die alten Griechen ihre Marmor Skulpturen bemalt haben. Im 19ten Jahrhundert tat dies Jean Leon Gerome- ich kann aber nichts darüber herausfinden wie das funktioniert.

      gazette-drouot.com/static/maga…s/musee_orsay.html?lang=1


      Bis jetzt habe ich einfach alleine herum experimentiert, habe aber kein Wissen darüber ob die Öl Farbe lange halten wird. Vielleicht ist es ohne Wind und Regen kein Problem. Auf jeden Fall ist Marmor sehr sehr saugend- da kann man sehr viel Öl anwenden und es verschwindet einfach. Übrig bleiben die Pigmente an der Oberfläche, die sich, falls fixiert, glaube ich gut halten.

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      schon was "Altes" gefunden

      Künstliche Färbung von weissem Marmor. Man
      hat schon vielfach versucht, weissen Marmor dauernd zu färben. Dies ist
      in neuerer Zeit dadurch gelungen, dass man das zu färbende Marmorstück
      bebaut, jedoch nicht polirt, und die entsprechende Menge Farbe aufträgt.
      Letztere muss zum Auftragen so warm sein, dass sie schäumt. Da dieselbe
      auf dem Marmor fliesst, so werden die Contouren nicht scharf. Auf diese
      Weise entstehen Farbenabstufungen, welche dazu beitragen die
      Natürlichkeit zu erhöhen.

      Als Farben kommen zur Verwendung:
      Lackmus für Blau. Gummigutt für Gelb; beide in alkoholischer Lösung.
      (Grün färbt man durch aufeinanderfolgendes Auftragen von Blau und Gelb.)
      Lotwurz, Cochenille. Drachenblut für Roth. – Weisser Vitriol,
      Ammoniaksalz und Grünspan in gleichen Mengen färben goldgelb. Sollen die
      Farben undurchsichtig sein, so kommt weisses Wachs mit in Verwendung.

      Derartig
      künstlich gefärbter Marmor findet in Paris Anwendung zum Bekleiden von
      Wänden, zu Mosaikfussböden u.s.w. Bei der Herstellung der Mosaikböden
      darf kein Cement als Rindemittel gebraucht werden, da dieser dem Marmor
      die Farbe oft wieder entzieht; statt dessen nimmt man Gryps, der vorher
      mit einer gesättigten Alaunlösung vermengt und wieder gebrannt worden
      ist. (Nach der Neuen Tischlerzeitung durch Polytechnisches Notizblatt 1891, Bd. 46 S. 160.)



      Liebe Grüße Alexandra :friends:
      Ich liebe die alten Handwerk/ Kunst Bücher, verstehe hier aber nur Bahnhof! :D Die alkoholische Lösung finde ich interessant.

      -Gute Idee mit dem Restaurator. Ich kenne einen und werde ihn fragen. :thumbup:
      Ein Steinmetz versteht wahrscheinlich eher weniger davon weil seine Ausbildung sich am heutigen Markt anpasst. Nach meinem Wissen färbt man Heute keinen Marmor,- bestimmt keine Grabsteine, und ein Steinmetz verbringt meistens seine Zeit damit Grabsteine herzustellen, denke ich mir.
      Ich habe die Restauratoren von Kremer Pigmente angeschrieben.
      Sie haben folgendes geantwortet
      Sehr geehrte Frau Laske, man hat früher Marmor schon mit Ölfarben bemalt. Wenn es ein richtiger Marmor ist, funktioniert das auch ohne dass das Öl so stark einzieht, wie Sie es beschreiben. Das passiert bei Kalkstein und sehr porösen Marmorsorten oder alten Steinen, die schon stark angegriffen sind. Generell ist das Bemalen von Marmor mit Öl nicht ganz optimal, da die Ölsäuren den Marmor angreifen können. Ist der Marmor sehr dicht, wird er das eine Weile aushalten, ein poröser Marmor oder Kalkstein wird das nicht so gut verkraften. Sie können einen solchen Stein mit Kalkfarbe oder Kalkkasein streichen, das wäre für den Stein auf jeden Fall besser. Wenn Sie Ölfarbe verwenden möchten, muss die Oberfläche entsprechend grundiert werden, z. B. mit verdünnter Kalkkaseinleim-Lösung. Das sollte die Saugfähigkeit etwas vermindern. Das gleiche gilt übrigens, wenn Sie mit Kalkkasein streichen möchten, auch hier müssen sehr stark saugende Untergründe generell vorher isoliert werden (mit Kaseinleimlösung, mind. 1:4 bis 1:9 verdünnen).

      Mit freundlichen Grüßen,Eva EisDiplom-Restauratorin
      Für die oben angegebenen Verarbeitungshinweise übernehmen wir keine Gewähr. Wir empfehlen in jedem Fall die Herstellung und Bewertung von Musterstücken.
      We definitely recommend tests prior to the final application, we can not guarantee for any instructions given.

      Kremer Pigmente GmbH & Co. KGHauptstrasse 41 – 4788317 Aichstetten / GERMANYTel. 0049 7565 914480Fax. 0049 7565 1606www.kremer-pigmente.de
      Liebe Grüße Alexandra :friends:
      Ist ja toll! :thumbsup:

      Kann mir vorstellen, dass der Kalkkaseinleim die Saugkraft vermindert aber dadurch vielleicht die Transparenz leidet. Beides kann man wohl kaum haben. Mich nimmt jetzt wunder was die Ölsäuren mit dem Marmor machen wenn sie ihn angreifen…..kann mir nur vorstellen dass er brüchig wird oder sich verfärbt?
      ich habe doch einen Terrazzo im Flur und da ist mal Säure ausgelaufen vom Thereme-entkalken. Die Säure hat sich in einem Affenzahn durch den Kalk ( Marmor ist ja nur Kalk) gefressen.
      Ölfarbensäure ist sicher weniger ätzend, doch die oberste Schicht wird einfach brüchiger und ich denke deswegen sind auch so wenig bemalte Marmorstatuen erhalten. Die Farbe fällt quasi den Ast, auf dem sie sitzt und bröckelt ab. :rolleyes:
      Liebe Grüße Alexandra :friends:
      O je…..aber man sagt, dass die alten Griechen ihre Statuen damals bemalt haben ( Auch diejenigen die Heute erhalten sind ) und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie damals die Transparenz des Marmors irgendwelchen deckenden Untergründen geopfert haben. Die Transparenz ist ja das Schöne am Marmor- dort verhält es sich mit dem Licht wie bei der menschlichen Haut.

      Also: Wenn die griechischen Statuen transparent bemalt waren, die Frage lautet: Mit was und wie bzw. opfert man die Transparenz wenn man mit Kalkkasein grundiert?

      Der Restaurator den ich kenne ist zurzeit nicht zu Hause-.